SARON oder 10-jährige Festhypothek – welche Strategie passt im aktuellen Marktumfeld?
- Jan Würgler

- vor 7 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Viele private Immobilienbesitzer stehen aktuell vor derselben Frage: Soll die Hypothek kurzfristig mit einer SARON-Hypothek abgeschlossen werden oder lohnt sich die langfristige Sicherheit einer 10-jährigen Festhypothek?
Interessant dabei: Die meisten Eigentümer kennen die klassischen Vor- und Nachteile bereits sehr gut. Sie wissen, dass SARON aktuell günstiger ist und Festhypotheken mehr Planungssicherheit bieten. Die eigentliche Unsicherheit liegt heute vielmehr darin, wie sich das wirtschaftliche Umfeld in den kommenden Jahren entwickeln wird und welche Strategie im heutigen Markt tatsächlich sinnvoller ist.
Hinzu kommt: Viele Kundinnen und Kunden möchten bewusst flexibel bleiben. Ein Mix aus mehreren Laufzeiten ist deshalb oft kein Thema, da bei Ablauf einzelner Tranchen die Möglichkeit eingeschränkt wird, später die Bank vollständig zu wechseln.
Das aktuelle Marktumfeld in der Schweiz
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält den Leitzins derzeit bei 0%. Dadurch bleiben SARON-Hypotheken weiterhin sehr attraktiv. Aktuell bewegen sich SARON-Hypotheken je nach Anbieter häufig zwischen rund 0.8% und 1.2%, während 10-jährige Festhypotheken meist zwischen etwa 1.5% und 1.9% liegen.
Die Zinsdifferenz ist damit aktuell erheblich. Bei einer Hypothek von CHF 800’000 kann die jährliche Differenz schnell mehrere Tausend Franken ausmachen.
Gleichzeitig zeigt sich aber ein spannendes Bild:
Die kurzfristigen Zinsen bleiben wegen der SNB tief.
Die langfristigen Festhypotheken orientieren sich stärker am Kapitalmarkt.
Dort werden bereits mögliche zukünftige Inflation und geopolitische Risiken eingepreist.
Das erklärt, weshalb Festhypotheken trotz Nullzinspolitik zuletzt teilweise wieder leicht teurer geworden sind.
Wer sollte aktuell eher eine SARON-Hypothek wählen?
Aus unserer Sicht passt eine kurzfristige SARON-Strategie aktuell besonders gut zu Personen, die:
finanziell solide aufgestellt sind,
Schwankungen aushalten können,
bewusst Kosten optimieren möchten,
mittelfristig mit sinkenden oder stabilen Zinsen rechnen,
und maximale Flexibilität behalten wollen.
Gerade im heutigen Umfeld spricht kurzfristig vieles für SARON. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die SNB den Leitzins vorerst weiterhin tief halten wird. Inflation und Wirtschaftswachstum in der Schweiz bleiben moderat.
Das bedeutet: Wer mit möglichen Zinsschwankungen umgehen kann, fährt aktuell mit einer SARON-Hypothek häufig deutlich günstiger.
Zusätzlich bleibt man flexibel:
einfacher Bankenwechsel,
Möglichkeit später auf Festhypotheken umzusteigen,
keine langfristige Bindung,
keine hohen Vorfälligkeitsentschädigungen bei Verkauf oder Strategiewechsel.
Wer sollte aktuell eher langfristig abschliessen?
Eine 10-jährige Festhypothek passt aus unserer Sicht besonders gut zu Eigentümern, die:
langfristige Budgetsicherheit bevorzugen,
stabile monatliche Kosten wünschen,
keine Überraschungen bei der Finanzierung möchten,
hohe Hypothekarvolumen tragen,
oder emotional ruhiger schlafen möchten, wenn die Finanzierung fixiert ist.
Denn auch wenn aktuell vieles für stabile Zinsen spricht, zeigt die Vergangenheit deutlich, wie schnell sich das Umfeld ändern kann. Zwischen 2022 und 2023 hat die SNB die Zinsen innert kurzer Zeit massiv erhöht.
Langfristige Festhypotheken sind deshalb weniger eine reine Zinswette, sondern oft auch eine Absicherung gegen Unsicherheit.
Besonders wichtig:
Viele Eigentümer unterschätzen, wie stark steigende Zinsen das Haushaltsbudget belasten können. Wer bereits heute knapp kalkuliert oder keine Lust hat, sich regelmässig mit dem Zinsmarkt auseinanderzusetzen, fährt mit einer langfristigen Lösung oft entspannter.
Unsere Beobachtung aus der Beratung
Was wir aktuell häufig sehen: Die Entscheidung zwischen SARON und Festhypothek ist heute weniger eine mathematische Frage, sondern vielmehr eine strategische und persönliche.
Die einen möchten möglichst tief finanzieren und flexibel bleiben.
Die anderen möchten sich langfristig absichern und Ruhe haben.
Beides kann richtig sein. Entscheidend ist nicht, ob SARON oder Festhypothek grundsätzlich “besser” ist. Entscheidend ist vielmehr, welche Lösung zur persönlichen Situation, zur Risikofähigkeit und zu den zukünftigen Plänen passt.
Fazit
Im aktuellen Schweizer Marktumfeld spricht kurzfristig vieles für SARON-Hypotheken: Die Zinsen sind tief, die SNB bleibt vorsichtig und die Flexibilität ist hoch. Langfristige Festhypotheken bleiben hingegen die richtige Wahl für Eigentümer, die Sicherheit, Planbarkeit und Stabilität höher gewichten als die kurzfristige Zinsersparnis. Gerade deshalb lohnt es sich, die eigene Finanzierung nicht nur anhand des aktuellen Zinssatzes zu beurteilen, sondern die gesamte persönliche Situation in die Strategie einzubeziehen.

Wir bedanken uns für Ihre Kontaktaufnahme und stehen Ihnen gerne unverbindlich zu den Themen Immobilien und Hypotheken zur verfügung.
Jan Würgler
Gründer & CEO
+41 76 592 20 15
Affines AG
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